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Fassadenputz mit Struktur: Besenstrich, Kammzug, Kratzputz und Kalkputz im Vergleich
Die Folge vergleicht Besenstrich, Kammzug, Kratzputz und Kalkputz als Gestaltungsmöglichkeiten für die Fassade. Besprochen werden die Entstehung der Strukturen, ihre Wirkung und das Pflegeverhalten. Beim Kalkputz außen kommt es auf den Wandaufbau an. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung. Produziert mit KI.
TRANSKRIPT
Ein Besen, ein Kamm, ein Nagelbrett: Mit solch einfachen Werkzeugen bekommt eine Hausfassade ihre eigene Handschrift. Wir zeigen, wie sich die Oberflächen unterscheiden, was beim Kalkputz außen zu beachten ist und welche Fragen vor der Entscheidung helfen.
Farbenspiel. Ein Podcast von Malermeister Boris Gotta. Produziert mit KI.
Fassadenputz muss nicht glatt sein. Darum geht es heute. Wer die Fassade seines Hauses erneuern lässt, denkt oft zuerst an eine ruhige, gleichmäßige Fläche in einer schönen Farbe. Das ist völlig in Ordnung. Es gibt aber Putzoberflächen, die einem Haus ein ganz eigenes Gesicht geben: Besenstrich, Kammzug, Kratzputz und Kalkputz. Wir schauen uns an, wie diese Oberflächen entstehen, wie sie wirken und worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.
Fangen wir mit dem Besenstrich an, weil man ihn sich am leichtesten vorstellen kann. Ein Fachartikel aus der Sicht eines Putzherstellers beschreibt es so: Man trägt einen dickschichtigen mineralischen Oberputz in zwei Lagen auf, jede Lage zwei bis drei Millimeter dick. Solange der Putz noch frisch ist, zieht der Handwerker einen einfachen Straßenbesen mit Kunststoffborsten horizontal darüber. Heraus kommt eine leicht geschwungene Reliefstruktur. Wichtig ist die Reihenfolge: Die Struktur entsteht im frischen Putz, die Bearbeitung muss also im frischen Putz erfolgen.
Der Kammzug, auf den wir uns explizit spezialisiert haben und somit einen unseren Favoriten darstellt, funktioniert ähnlich, nur nimmt man statt des Besens einen grobzinkigen Kamm, gegebenenfalls sogar einen eigens angefertigten. Dadurch sieht das Ergebnis anders aus. Die Struktur ist laut diesem Artikel gleichmäßiger und geometrischer als beim Besenstrich. Eine Schweizer Herstellerseite beschreibt es als Oberfläche mit klaren Kanten und geraden Linien, die sich horizontal oder vertikal ausführen lässt. Streicht man sie einfarbig, wirkt sie ruhiger und lebt vom Spiel aus Licht und Schatten in den Vertiefungen. Bei einem zweifarbigen Anstrich wird der Streifencharakter stärker betont.
Man kann sich den Unterschied so merken: Der Besen hinterlässt eine lebendige Handschrift, der Kamm ein Raster. Der Besenstrich hat übrigens eine Geschichte. Bei gründerzeitlichen Wohnhäusern setzte man ihn gern zur Gliederung ein und in den Sockelzonen. Heute ist er laut dem Fachartikel auch an Hauptfassaden wieder gefragt. Das ist die Einschätzung des Herstellerautors, der Artikel ist einige Jahre alt. Aber sie zeigt: Damals wurden alte Putztechniken neu entdeckt.
Dann gibt es den Kratzputz, und der ist ein anderer Vorgang. Hier wird der Putz zunächst deutlich dicker aufgetragen, in der Regel zehn bis fünfzehn Millimeter. Man lässt ihn erst eine Zeit lang erhärten. Danach kratzt der Handwerker die Oberfläche mit einem Nagelbrett ab, bis noch acht bis zehn Millimeter übrig sind. Dabei springt das Korn heraus, und genau dadurch entsteht die typische Struktur. Besenstrich und Kammzug bearbeitet man also im frischen Putz, Kratzputz erst nach dem Erhärten.
Stellen wir uns ein Einfamilienhaus vor, ein ausgedachtes Beispiel. Die Familie möchte nicht die ganze Fassade auffällig gestalten, aber der Eingangsbereich soll Charakter haben. Die Herstellerseite nennt den Kammzug ausdrücklich ein Highlight-Element am Gebäude. Er könnte dort Akzent setzen, während die übrigen Flächen ruhig bleiben. Das ist nur eine Denkmöglichkeit. Sie zeigt aber, dass Sie sich nicht für oder gegen eine ganze Fassade entscheiden müssen. Man kann auch Zonen bilden.
Jetzt der Punkt, den man bei so einer Entscheidung nicht überspringen sollte: Wie verhält sich so eine Oberfläche mit der Zeit? Ein Fachartikel von 2018 sagt, dass die Struktur eines Putzes den Algenbewuchs beeinflussen kann, zusammen mit anderen Faktoren wie Klima, Standort, Konstruktion und etwa Bepflanzung nahe der Fassade. Besonders bei waagrechten Strukturen, also horizontalem Besenstrich oder Kammzug, können sich Wassertropfen unter Umständen etwas länger halten als an glatten Flächen. Bei der horizontalen Kammzug-Ausführung rechnet die erwähnte Herstellerseite zudem mit etwas schnellerer Verschmutzung der Kanten. Diese Einschränkung nennt sie ausdrücklich für die horizontale Ausführung.
Das ist aber kein Grund, diese Optiken abzuhaken. Derselbe Artikel schreibt nämlich auch: Diese plastischen Techniken lassen sich nur mit dickschichtigen mineralischen Putzen ausführen, und die sind schon durch ihr Material und ihre Dicke weniger anfällig für Algen und Pilze. Nach seiner Einschätzung halten sich begünstigende und schützende Faktoren in etwa die Waage. Schönheit und Pflegeverhalten sind also zwei getrennte Fragen. Beide gehören auf den Tisch, bevor man sich festlegt.
Nun zum Kalkputz. Er ist keine Auftragstechnik wie Besenstrich oder Kammzug, sondern ein Material. Nach den Angaben einer Fachseite für Naturbaustoffe ist ein reiner Naturkalkputzaufbau diffusionsoffen und kapillar leitfähig. Das heißt: Er nimmt Wasser leicht auf und gibt es auch schnell wieder ab. Farbige Kalkputze ergeben eine angenehme Wolkigkeit, je nach Bearbeitung auffälliger oder dezenter. Das ist eine ganz andere Optik als die Streifen eines Kamms, eher weich und lebendig.
Hier gibt es aber eine fachliche Bedingung, die Sie kennen sollten. Dieselbe Seite sagt für den beschriebenen Aufbau mit drei Millimetern Schichtdicke: Eine so dünne Kalkputzschicht allein reicht niemals aus, um Regenwasser ausreichend aufzunehmen. Deshalb muss auch der Untergrund diffusionsoffen und kapillaraktiv sein, zum Beispiel ein reiner Kalkputz. Und wenn die Wasseraufnahme des Wandaufbaus draußen nicht sicher gegeben ist, empfiehlt die Seite zusätzlich einen Schutz mit Silikatfarbe. Kalkputz an der Fassade ist also möglich, aber nicht einfach aufgetragen und vergessen. Der Wandaufbau entscheidet.
Das betrifft besonders gedämmte Häuser. Wärmedämm-Verbundsysteme gehören zu unserem Angebot, und dort stellt sich die Frage nach dem Oberputz ganz praktisch. Ein Hersteller gab 2008 für seine Kalk-Außenputze an, dass sie sich als Oberputz auf gängigen Wärmedämm-Verbundsystemen eignen. Das gilt für seine Produktreihe und für die damalige Systemfreigabe, nicht für jedes Haus. Ob ein bestimmter Putz auf einem bestimmten Aufbau passt, muss man am konkreten Gebäude klären.
Was nehmen Sie daraus mit? Drei Fragen helfen. Erstens: Welche Handschrift gefällt Ihnen, die lebendige Spur des Besens, das Raster des Kamms, das körnige Relief des Kratzputzes oder die weiche Wolkigkeit von Kalk? Zweitens: Wie sieht Ihr Wandaufbau aus, ist die Fassade gedämmt, und welcher Untergrund liegt darunter? Drittens: Wie steht das Haus, gibt es Bäume oder Büsche in Fassadennähe, und wie viel Pflegeverhalten ist Ihnen die Optik wert?
Und dann lohnt es sich, eine echte Musterfläche anzuschauen. Strukturen mit Licht und Schatten wirken am Haus anders als auf einem Foto oder in einer Beschreibung. Verputzarbeiten und Fassadengestaltung mit individuellen Farb- und Formkonzepten gehören zu unserem Angebot, und genau solche Gestaltungsfragen stehen am Anfang einer Fassadenerneuerung.
Zurück zur Ausgangsfrage: Muss es immer der übliche Putz sein? Nein. Putz ist nicht nur Schutzschicht, sondern auch Gestaltungselement. Besenstrich, Kammzug, Kratzputz und Kalkputz geben Ihrem Haus eine eigene Handschrift. Die richtige Wahl ergibt sich aus drei Dingen zusammen: aus der Optik, die Ihnen gefällt, aus dem Pflegeverhalten, mit dem Sie leben möchten, und aus dem Wandaufbau, auf dem der Putz sitzen soll.
Farbenspiel. Ein Podcast von Malermeister Boris Gotta. Mehr auf maler minus Gotta Punkt d-e. Produziert mit KI.